Freiraum, Bewegung und Kreativität im Schutz des Waldes

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Basteln mit Naturmaterialien

Waldpädagogik ist zunächst vor allem Bewegung. Draußen klettern und matschen macht Spaß und ist gesund. Doch Waldpädagogik ist mehr. Die Kinder lernen die Jahreszeiten sowie die Tier- und Pflanzenwelt spielerisch kennen. Dadurch verstehen sie auch komplexe ökologische Zusammenhänge.

Durch das Jahr begleiten uns unterschiedliche Themenschwerpunkte, die sowohl an den Jahreszeiten orientiert sind, als auch Interessen der Kinder aufgreifen oder das Leben in der Gruppe zum Thema haben. Eine Auswahl unserer Angebote sind das Erzählen von Märchen und Geschichten, Erlernen von Liedern (auch in anderen Sprachen) und Fingerspielen, Rhythmik, Arbeiten mit unterschiedlichen Werkzeugen (Säge, Bohrer, Hammer, Schnitzmesser, Feile), Basteln mit Naturmaterialien, Malen, Tonen oder Kneten, Bauen von kleinen Hütten, Experimentieren, Theaterspielen, unterschiedliche Spiele, Kochen und Grillen am offenen Feuer oder auch Naturbeobachtungen.

Freiräume

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Freiraum für eigene Interessen

Bei all diesen unterschiedlichen Möglichkeiten wird aber auch großer Wert darauf gelegt, dass unseren Kindern genügend Freiräume bleiben, ihren eigenen Interessen nachzugehen. Klettern, Matschen, Toben, Streiten, Kämpfen, Quatsch machen, Erzählen, Forschen, Erfinden, Sammeln, Zusammenfinden in kleine Spielgruppen, Umsetzen eigener Ideen und noch vieles mehr, wofür der Wald Platz bietet, sind von immenser Wichtigkeit und werden weitmöglichst unterstützt.

Kreativität

Der Umgang mit dem Wetter, der Aufenthalt in Wald und Wiese, das Fehlen von Möbeln und Wänden ist ein Aspekt der Förderung von Kreativität im Waldkindergarten. Ein anderer Punkt ist die Tatsache, dass unsere Kinder im Waldkindergarten ihren Vormittag ohne vorgefertigtes Spielzeug verbringen.

© 2017, waldwichtel-reutlingen
Spiel und Abenteuer im Wald

Spielsachen finden unsere Kinder im Gelände und häufig gibt es diese Sachen, wie Stöcke, Blätter oder Bucheckern in großer Zahl. Jedes Kind kann sich bedienen. Das Besondere daran ist, dass all dies nicht von vornherein auf einen bestimmten Zweck festgelegt ist. Dadurch bietet sich unseren Kindern die Möglichkeit zu unerschöpflicher Kreativität, weil im Spiel jedes gefundene Stück vielerlei Bedeutungen bekommen kann. Die Phantasie der Kinder scheint dann ebenso endlos, wie die Zahl der Eicheln im Herbst. Die Förderung der Vorstellungskraft und Kreativität der Kinder findet somit im Waldkindergarten herausragend gute Voraussetzungen.

Bewegung und motorische Entwicklung

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Klettern

Innerhalb des sehr abwechslungsreichen Geländes des Waldkindergartens Reutlingen bieten sich unseren Kindern verschiedenste Bewegungsanreize und unterschiedlichste Möglichkeiten ihre Geschicklichkeit und Stärke auszuprobieren.

So gibt es Lindenbäume, in denen auch die drei- und vierjährigen Kinder klettern und spielen können, es gibt umgestürzte Bäume, deren Wurzelballen schon größere Ansprüche an Kraft und Geschicklichkeit stellen und auf deren Stämmen vor-, rück- und seitwärts balanciert wird, es gibt Hänge die gar nicht leicht zu erobern sind und die unsere Kinder auf vielfältige Weise wieder „absteigen“ können. Und welche Anforderung an Koordination und Beweglichkeit sind nötig, um rückwärts über den unebenen Waldboden zu gehen?

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Waldhang aufsteigen

Das Zurechtfinden im dreidimensionalen Raum, wie es im Wald ständig geübt wird ist von grundlegend wichtiger Bedeutung für die kindliche Entwicklung. Nicht zuletzt werden durch die vielfältigen, motorische Entfaltungsmöglichkeiten die Grundlagen für das Erlernen von Schreiben, Lesen und Rechnen gelegt. Durch die Reichhaltigkeit des Waldes ist es den Kindern jeder Altersstufe möglich, sich Schritt für Schritt weiter zu wagen, die eigenen Grenzen zu erfahren und sie zu erweitern.

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Regenwürmer beobachten Regenwürmer sammeln und zählen

Erziehungspartnerschaft Eltern und Erzieherinnen

Der Kontakt zwischen Eltern und Erzieherinnen und die gemeinsame Abstimmung ist unverzichtbarer und konzeptuell festgelegter Bestandteil des Waldkindergartens.

Durch regelmäßige Elternbriefe des pädagogischen Teams werden die Eltern über aktuelle Entwicklungen im Kindergarten informiert. Ein persönlicher Austausch über das Geschehen innerhalb der Kindergartengruppen findet auch an den Elternabenden mit Erzieherinnen im vierteljährlichen Rhythmus statt.

Für den Austausch zwischen Erzieherinnen und Eltern, bei dem es um die Belange eines einzelnen Kindes geht vereinbaren unsere Erzieherinnen Elterngespräche. Dies kann bei kleineren Anliegen am Telefon sein oder auch im ausführlichen, persönlichen Gespräch.

Weitere Punkte zu unserem pädagogischen und organisatorischen Grundsätzen finden Sie auch in unserer Konzeption.